Masterarbeit, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Björn Beutel, Magdeburg Januar 2007

Entwicklung und Einführung eines Evakuierungskonzepts für ein Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie

- Auszug aus Masterarbeit -

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Erstellung eines Konzeptes zur Evakuierung eines metallverarbeitenden Betriebes bei eintreten einer Gefahr, die ein Verlassen des Gefahrenbereiches erfordert. Zu diesen Gefahren zählen nach Markhart 2003:

• Brand
• Explosionsgefahr
• Explosion mit Gebäudeeinsturzgefahr
• Stofffreisetzungen (giftige, ätzende oder brennbare Stoffe, Radioaktivität, biologische Stoffe)
• Energieausfall (Strom, Druckluft und Wasser)
• außer Kontrolle geratene Reaktionen (bersten von Behältern, Änderung der Temperatur)
• Naturkatastrophen (Hochwasser, Sturm, Unwetter, Erdbeben und Lawinen)
• Androhung von Gewalt (Bombendrohung, Sabotage, Brandlegung)


Die in Klammern genannten Ereignisse können hierbei nur als Beispiele gesehen werden. Ergänzt werden sollte der Punkt "Androhung von Gewalt" um militärische Maßnahmen. Unter Explosionsgefahr zählt neben Gefahren aus Störungen in betrieblichen Prozessen, z. B. das Ausströmen von explosiven Gasen, auch das Auffinden von Bomben (z. B. Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg) und von verdächtigen Gegenständen, wie z. B. scheinbar herrenlos abgestellte Taschen, Koffer oder Pakete.
Zu beachten ist dabei, dass diese Gefahren natürlich nicht auf das eigene Betriebsgelände beschränkt sind, sondern sowohl von benachbarten Grundstücken ausgehen als sich auch auf diese ausbreiten können.
Andererseits muss aber auch nicht jede dieser Gefahren zwangsläufig zu einer Evakuierung führen, so kann es z. B. bei einer Stofffreisetzung in die Atmosphäre sinnvoller sein, im Gebäude zu verbleiben und nur die Fenster zu schließen bzw. Lüftungsanlagen auszuschalten, wenn der Fluchtweg durch diese kontaminierte Atmosphäre führen würde.

Zielstellung einer Evakuierung (im Sinne dieser Arbeit) ist es zum einen, die sich im Gefahrenbereich befindlichen Personen in Sicherheit zu bringen und zum anderen, die Rettungswege für die Feuerwehr und andere Kräfte freizumachen. Letzteres ist notwendig, um eine direkte Gefahrenbekämpfung zu ermöglichen, denn sind alle Personen evakuiert, kann gleich mit der Schadensbekämpfung – anstatt mit einer Menschenrettung – begonnen werden. Wenn die Schadenshöhe abhängig ist vom Beginn der Schadensbekämpfung kann so durch eine beim Eintreffen der Feuerwehr bereits durchgeführte Evakuierung das Schadensausmaß verringert werden. Somit erfüllt ein Evakuierungskonzept auch einen Beitrag zur Gewährleistung der Produktionsfähigkeit eines Unternehmens. Neben dieser wirtschaftlichen Betrachtungsweise sollte es natürlich für jeden Unternehmer selbstverständlich sein, die Sicherheit seiner Mitarbeiter, Besucher usw. zu gewährleisten. Darüber hinaus wird dies aber auch in zahlreichen Vorschriften verlangt.

X