Größer, moderner, sicherer: Berlins zweitgrößtes Krankenhaus rüstet sich für die Zukunft

Das zweitgrößte Krankenhaus Berlins wird saniert und erweitert. Das 1986 erbaute Vivantes Klinikum im Stadtteil Neukölln soll nach aktuellen Standards und mit neuen Flächen ausgestattet werden. Die Rettungsstelle war einmal für 25.000 Patienten pro Jahr ausgelegt und wurde bereits mehrfach räumlich erweitert, mittlerweile kommen rund 80.000 Menschen. 2020 beginnen die Bauarbeiten für einen neuen Kopfbau, der 2024 fertiggestellt sein soll. Anschließend dient er zunächst als Ausweichfläche für die Sanierung des bestehenden Hauptgebäudes.  

Diese erfolgt bei laufendem Betrieb. hhpberlin hat den Brandschutznachweis für das Bestandsgebäude erstellt und wird die Umsetzung einzelner Maßnahmen begleiten. Als Basis dienten die vorhandenen ausführlich dokumentierten Pläne und Genehmigungsunterlagen. Die Ergebnisse wurden zusammengefasst und mit dem aktuellen Bestand verglichen. Dabei konnten wir feststellen, dass das Bestandsgebäude die Anforderungen und Schutzziele der damaligen Baugenehmigungen weitestgehend erfüllt.  

“Bestehende Krankenhäuser sind immer eine spannende Herausforderung mit viel Recherchearbeit. Über die alten Baugenehmigungen kamen auch brandschutztechnische Gutachten zum Vorschein, die einen sehr interessanten Einblick in den schutzzielorientierten Brandschutz der damaligen Zeit gewährten”, so hhpberlin-Fachplanerin Petra Theimer. 

Sofern sich der damals genehmigte Bestand geändert hat, musste eine Neubewertung nach aktuellem Bauordnungsrecht vorgenommen werden. Das gilt sowohl für die erweiterte Rettungsstelle als auch für einen MRT-Bereich, der zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes noch nicht vorgesehen war und daher ebenfalls entsprechend ausgestattet sein muss. Im Zuge der Sanierung ist geplant, das gesamte Gebäude flächendeckend mit automatischen Rauchmeldern nachzurüsten, um eine zeitnahe Alarmierung der Feuerwehr zu gewährleisten.  

Darüber hinaus erstellt unser Team ein Räumungs- und Evakuierungskonzept für das Haus 30. Als Basis dafür haben unsere Experten per Handrechenverfahren eine Räumungszeitenermittlung für die größte Station des Gebäudes erstellt. So konnte ermittelt werden, wie viele Personen notwendig sind, um den betroffenen Bereich bis zum Eintreffen der Feuerwehr zu räumen. “Krankenhäuser bereiten sich stets sehr sorgfältig auf äußere Großschadensereignisse vor, bei der viele Verletzte gleichzeitig in das Krankenhaus kommen können. Wichtig ist aber auch, mögliche Ereignisse im eigenen Haus zu betrachten. In Verbindung mit den anderen Bausteinen des Brandschutzes hat der organisatorische Brandschutz hier die Aufgabe, unternehmensinterne Akteure sinnvoll miteinander zu verzahnen”, so Benjamin Schoenmakers-Abraham, Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz.

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