Architektur als Skulptur: Der Neubau der Experimenta in Heilbronn ist eröffnet

Die anspruchsvolle Architektur vermittelt die Botschaft der Experimenta auch visuell. Das Gebäude ist Bühne und Skulptur zugleich. Wie ein Zauberwürfel schraubt es sich mit dreieckförmigen Fassadenelementen und großflächigen Glasflächen gen Himmel. Auf rund 25.000 Quadratmetern Fläche dreht sich alles um Experimentierfreude, Wissenslust und Innovation. In vier Ausstellungswelten können die Besucher "die Welt der Wissenschaft und des Lernens in einer neuen Form mit allen Sinnen erleben”, beschreibt Geschäftsführer Wolfgang Hansch das Konzept. 

Der spektakuläre Neubau von Sauerbuch Hutton öffnete nach knapp vier Jahren Planungs- und Bauzeit seine Tore und geht architektonisch an die “Grenze des Machbaren”, so Architekt Prof. Sauerbruch. Verantwortlich für Management, Planung und Beuleitung war das Büro von Drees & Sommer. hhpberlin hat den Bau von Anfang an begleitet. Der Baukörper wird gegliedert durch raumhohe Fachwerkträger, die geschossweise an einen Stahlbetonkern anschließen. Diese Gesamtkonstruktion ermöglicht stützenfreie Ausstellungsräume. Die Stützen der Außenfassade sollten möglichst schlank sein. Realisieren ließ sich das, indem die die flächendeckende Sprinklerung in den betroffenen Bereichen der Fassaden verbessert wurde.

Die wesentliche brandschutztechnische Herausforderung des Gebäudes ist die offen über alle Geschosse verlaufende “Raum-Zeit-Spirale", die die Themenwelten miteinander verbindet. “Ich bin besonders stolz, dass es uns gelungen ist, dieses offene Raumkonzept des Architekten aus brandschutztechnischer Sicht zu ermöglichen. Offene Verbindungen zwischen den Geschossen in dieser Größenordnung sind immer eine große Herausforderung für Brandschutzplaner”, so Ansgar Gietmann, Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz bei hhpberlin. 

Die “Raum-Zeit-Spirale" erforderte ein aufeinander abgestimmtes Konzept von Rettungswegen sowie geeigneten Mechanismen zur Rauchableitung. Gleichzeitig mussten die dabei entstehenden Wechselwirkungen mit den Druckbelüftungsanlagen der beiden Sicherheitstreppenräume und dem Feuerwehraufzug berücksichtigt werden. Im Zentrum der Raum-Zeit-Spirale sind vier Kreativstudios eingehängt, in denen die Besucher selbst experimentieren können.   

Eine weitere Besonderheit ist der kuppelförmige „Science Dome“ - Planetarium und Hightech-Theater zugleich. Im drehbaren Auditorium reisen bis zu 150 Zuschauer gleichzeitig virtuell in den Weltraum oder erleben Wissenschaftstheaterstücke und Shows. Auf dem Dach des Neubaus befindet sich zudem eine Sternwarte mit leistungsfähigen Teleskopen. 

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