Die Kupa in München erwacht zu neuem Leben

Nikolaj Lund
Nikolaj Lund

Um ein Haar wäre sie abgerissen worden, jetzt wird sie zum Mittelpunkt eines neuen Münchner Stadtquartiers: die Alte Kuvertfabrik in Pasing, kurz “Kupa”. 1902 wurde sie als Schokoladenfabrik gebaut - mit Art-Decó-Fliesen und Jugendstiltreppenhaus. Später zog die Kuvertfabrik ein und produzierte bis 1992 Briefumschläge. Jetzt wird die ehemalige Fabrik saniert und zum Bürohaus umgebaut.  

Um die Kupa herum entstehen 175 Wohnungen, verteilt auf fünf Neubauten. Das ehemalige Kesselhaus der Kupa wird für gastronomische Zwecke genutzt. Die Pläne für das neue Quartier stammen vom Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner. Die Gebäude sollen eine Brücke schlagen zwischen Historie und Moderne. Die Neubaufassaden im Innenbereich haben einen ruhigen Charakter, zu den umgebenden Straßen erzeugen dreieckige Erker eine reliefartige Gebäudehülle.  

Elementarer Bestandteil des Quartiers sind gemeinschaftliche Bereiche und Sharing-Konzepte. Eine Gemeinschaftsküche, eine intelligente Paketstation und eine Fahrradwerkstatt gehören ebenso zum Konzept wie ausleihbare Lastenfahrräder, Autos und E-Bikes. Darüber hinaus erhält jedes der Häuser Dachterrassen, eine davon ist für die gemeinschaftliche Nutzung vorgesehen. 

Unsere Leistungen 

Wir haben das Projekt in den Leistungsphasen 1-4 betreut und beraten aktuell zur Ausführungsplanung. Für die fünf Neubauten haben wir ein Gesamt-Brandschutzkonzept erstellt. Für die Umnutzung der denkmalgeschützten Kuvertfabrik, welche auf einem eigenen Grundstück herausgetrennt wird, wurde ein eigener Nachweis konzipiert.  

Die gezackte Außenfassade des Wohnhauses zur Landsberger Straße bedurfte besonderer Abstimmung mit der Feuerwehr. In Verbindung mit der Straßenbahn und ihren zugehörigen Stromleitungen und deren Abspannungen können Einsatzwagen der Feuerwehr nur an bestimmten Stellen auf der Straße stehen, um die Wohnungen für den 2. Rettungsweg anzuleitern.  

Eine gemeinschaftliche Dachterrasse soll künftig sowohl für private Feiern als auch Feierlichkeiten der Hausgemeinschaft genutzt werden. In Absprache mit der Feuerwehr haben wir untersucht, wie diese Nutzung in Einklang mit nur einem baulichen Rettungsweg zu bringen ist.  

Wenn 2024 die Tunnelarbeiten für die geplante Verlängerung der U 5 beginnen, wird das Kupa-Quartier bereits bezogen sein. 2021 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

 

 

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