Herzlichen Glückwunsch Margot Ehrlicher!

Man könnte fast meinen, es sei ihr in die Wiege gelegt. Denn die Leidenschaft des Thüringer Mädchens mit den dunkelbraunen Haaren zeigte sich sehr früh. Als Mitglied des Jugendlöschzuges in Hildburghausen begann sie bereits mit 15 Jahren ihre erstaunliche Karriere, die bis heute andauert. Schon damals war für sie klar: Mit Leidenschaft wird jeder Brand gelöscht und sich noch so großen Feuergefahren entgegengestellt.
Es vergingen nur drei Jahre und Margot Ehrlicher wurde 1971 Mitglied bei der Berufsfeuerwehr in der Feuerwache Berlin-Mitte. Ein Jahr später begann sie ihr Brandschutzstudium an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, das sie als Diplom-Ingenieurin mit dem Dienstgrad Leutnant der Feuerwehr
erfolgreich abschloss. Mit diesem Background arbeitete Margot Ehrlicher nun bei den Ost-Berliner Feuerwachen im Bereich vorbeugender Brandschutz und Brandursachen-ermittlung. Sehr erfolgreich, wie sich 1979 herausstellte, als Ehrlicher Chefin dieses Bereichs für ganz Ost-Berlin wurde und zum Major der Feuerwehr aufstieg. Bis zur Wende 1989 verantwortete sie als einzige Frau in dieser Position den vorbeugenden Brandschutz bei Sonderbauten und kontrollierte die Umsetzung des Brandschutzes in den Kombinaten der DDR. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die sie um jede Menge Erfahrung und praktisches Brandschutzwissen reicher machte.
Doch auch der aktive Feuerwehrdienst konnte nicht ohne Margot Ehrlicher. Als Führungskraft nahm sie an zahlreichen Einsätzen teil. Noch heute sind ihr viele Großbrände – so beispielsweise der Hochhausbrand in der Dolgenseestraße in Berlin-
Lichtenberg, der Großbrand eines Lagers im Elektroapparatewerk Treptow EAW (heute Allianz-Tower), der Baustellenbrand der Charité und der U-Bahnbrand 1986 am Alexanderplatz – in Erinnerung.
Ein besonders tragisches Erlebnis, bei dem Margot Ehrlicher als eine der Einsatzleiter zu den ersten Helfern gehörte, war der Absturz einer fabrikneuen Iljuschin mit 103 Passagieren am 17. Juni 1989 in Berlin-Schönefeld. 21 Menschen starben bei diesem Unglück, über das selbst Zeitungen und Fernsehen der DDR aktuell und ausführlich berichteten – darunter findet sich auch ein Interview für das DDR-Fernsehen mit Margot Ehrlicher, in dem sie die Rettungs- und Bergungsarbeiten vor Ort beschreibt.
Immer wieder führen Katastrophen vor Augen, wie wichtig professionelle Helfer wie Margot Ehrlicher sind. Für diesen persönlichen Einsatz wurde sie mehrfach geehrt und ausgezeichnet – u. a. mit dem Orden für „Selbstlosen Einsatz bei der Bekämpfung von Katastrophen".
Ganz gleich ob damals vor Ort für den abwehrenden oder heute vom Schreibtisch aus für den vorbeugenden Brandschutz – Margot Ehrlicher engagiert sich bis heute mit viel Leidenschaft und Engagement für die Brandsicherheit.
Nach der Wiedervereinigung gehörte der Kontakt und Austausch mit westdeutschen Feuerwehrkollegen selbstverständlich dazu. 1990 lernte Margot Ehrlicher
Dr. Karl-Heinz Schubert von der West-Berliner Feuerwehr kennen – eine weitreichende Bekanntschaft, die mit der offiziellen Zusammenführung der West- und Ost-Berliner Feuerwehren begann und aus der heute eine enge Freundschaft geworden ist.
Auch wenn Margot Ehrlicher seit 1992 nicht mehr in der Berufsfeuerwehr tätig ist, kehrte sie dem Brandschutz nicht den Rücken. Gemeinsam mit Dr. Karl-Heinz Schubert war sie fortan im Berliner Sitz von Hosser, Hass und Partner – ein Brandschutzbüro, das noch heute als HHP Nord-Ost, HHP Süd, HHP Nord-West existiert – tätig.
Im Jahr 2000 spaltete sich der Berliner Standort erfolgreich ab und firmiert seither unter dem Namen „hhpberlin – Ingenieure für Brandschutz GmbH". Margot Ehrlicher übernahm die Geschäftsführung dieses Büros und Dr. Karl-Heinz Schubert und Prof. Dr. Dietmar Hosser unterstützten sie im Beirat. Dabei beschäftigte sie sich mit der Etablierung und dem Wachstum des Unternehmens, jedoch ohne den Aufbau der folgenden Führungsgeneration zu vernachlässigen, die das von ihr Begonnene weiterführen und den Brandschutz
zukunftsweisend machen sollte. In der ganzen Zeit ging es ihr nie nur um die bloße Erfüllung von Verordnungen und Richtlinien. Vielmehr lag ihr ein praktikabler Brandschutz am Herzen, mit dem sich die Schutzziele und die Nutzung der Gebäude vereinen lassen und trotzdem eine hohe Sicherheit erreicht wird.
Mittlerweile ist hhpberlin Marktführer
An der Seite von Margot Ehrlicher sind nun schon seit vier Jahren zwei junge Geschäftsführer, Stefan Truthän und Karsten Foth, erfolgreich tätig, sodass sie sich völlig auf die fachliche Unternehmensleitung sowie das Key Account Management konzentrieren kann.
In den letzten zwölf Jahren ist hhpberlin auf mittlerweile mehr als 120 Mitarbeiter an fünf deutschlandweiten Standorten angewachsen. Dank hochwertiger und innovativer Brandschutzleistungen besitzt hhpberlin einen hervorragenden Ruf in der Branche und arbeitet an außergewöhnlichen Bauprojekten in aller Welt. Und das wäre ohne Margot Ehrlicher schwer vorstellbar. Selbst wenn die Ingenieurin nicht jedes Projekt persönlich betreuen kann, hat sie den Brandschutz für zahlreiche große Bauvorhaben konzipiert – beispielsweise den Berliner Hauptbahnhof, die Bundespressekonferenz, die Shoppingmall Alexa in Berlin, die Schlösslegalerie in Pforzheim, die Kinder- und Frauenklinik in Dresden, den Ausbau des Hamburger Flughafens, die Dalian Twin Towers in China, das Nationalkongresscenter in Hanoi und vieles mehr.
Ein Kennzeichen von Margot Ehrlicher ist ihre Offenheit und Herzlichkeit. Und sie hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen: „Man wird so alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu". Sie hat viel gelernt und viel weitergegeben. Immer rastlos und immer mit 100 Prozent. Da darf man mit 60 Jahren auch einen Gang zurück schalten. Ohne Wehmut gibt sie den Staffelstab an die jungen Geschäftsführer und Niederlassungsleiter weiter. Dankbar dafür, dass nun nicht mehr so große Verantwortung auf ihr lastet, und Freude darauf, dass sie weiterhin ihre Erfahrungen im Beirat von hhpberlin, in Fachgremien und als Prüfingenieurin für Brandschutz weitergeben kann.
Aber eine hhpberlin ohne Margot Ehrlicher – das ist auch künftig nicht vorstellbar.
Sie ist halt unsere Margot!
