Diplomarbeit, Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Janine Michael, Berlin März 2009

Fachbauleiter Brandschutz: Gesetzliche Anforderungen, Aufgabenportfolio, Entwicklung eines Handbuchs für Theorie und Praxis

- Auszug aus Diplomarbeit -

Zur Erreichung bzw. angemessenen Umsetzung der einleitend definierten Schutzziele sind brandschutztechnische Maßnahmen erforderlich. Diese Maßnahmen können die Notwendigkeit des Einsatzes eines Fachbauleiters Brandschutz (FBL BS) nach sich ziehen, vor allem bei größeren Bauvorhaben. In dieser Diplomarbeit wird ein Überblick über die bislang definierten Aufgaben des FBL BS gegeben und ergründet, welche Ursache(-n) die Forderung nach einem FBL BS hat. Eine Ursache hierfür war bspw. der Großbrand am Düsseldorfer Flughafen im April 1996. Dieses Ereignis zeigte die in Deutschland bestehenden Defizite aus brandschutztechnischer Sicht auf schockierende Art und Weise auf. Der u. a. daraus resultierende Handlungsbedarf war offensichtlich. Als einer der am Bau Beteiligten wird die Position des FBL BS herausgearbeitet und u. a. abgegrenzt ggü. dem Tragwerksplaner/Statiker, dem Sachverständigen (SV) bzw. Prüfsachverständigen für technische Anlagen und Einrichtungen sowie ausführenden Firmen. Vorab erfolgt eine Darstellung der an den FBL BS gestellten bauordnungsrechtlichen Anforderungen. Schwerpunkt dieser Diplomarbeit ist vor allem der vorbeugende bauliche, aber auch anlagentechnische Brandschutz. Durch Erstellung eines Handbuches ür den FBL BS werden grundlegende Maßnahmen aufgezeigt und, im Hinblick auf den baulichen Brandschutz, an einigen ausgewählten Sonderbauteilen erläutert. Die wichtigsten Eckpunkte, wie z. B. die für die Arbeit des FBL BS notwendigen Unterlagen, das Prinzip der Abschottung, Baustoffe und Bauteile, zu erbringende Nachweise von am Bau Beteiligten sowie die Ausbildung und Funktion von Brandwänden werden dabei näher beleuchtet. Bzgl. der ausgewählten Sonderbauteile, z. B. Feuerschutztüren, wird ein Praxisbezug zur Arbeit des FBL BS geschaffen. Dieser Praxisbezug wird u. a. durch die Betrachtung der an diese Bauteile gestellten bauordnungsrechtlichen Randbedingungen sowie deren Eigenschaften hergestellt. Insbesondere die Ausarbeitung von Prüfbögen, die all jene Parameter enthalten, welche an den ausgewählten Sonderbauteilen vom FBL BS maßgeblich zu überprüfen sind, unterstreicht die Nähe zur Praxis. Eine besondere Herausforderung stellt das Schlusskapitel des 2. Teils des Handbuchs dar.
Stichprobenartige Prüfungen, wie sie der FBL BS i. d. R. durchführt, sind bislang nicht näher definiert. Häufigkeit und Tiefe der von ihm durchgeführten Prüfungen variieren von Bauvorhaben zu Bauvorhaben und richten sich meist ausschließlich nach den Wünschen des Bauherrn. Diese wiederum stehen meist in engem Zusammenhang mit den dadurch entstehenden Kosten. Um jedoch ein Höchstmaß an Sicherheit aus brandschutztechnischer, aber auch aus rechtlicher Sicht zu gewährleisten, besteht die Notwendigkeit der Entwicklung von möglichst einheitlichen und in der Praxis anwendbaren Stichprobenverfahren bzw. –prüfungen für die jeweiligen Sonderbauteile. Ein von mir erarbeiteter Vorschlag zu einem möglichen Stichprobenverfahren zur Prüfung von Türen ist Bestandteil dieser Diplomarbeit. Sie bildet eine erste Diskussionsgrundlage für eine bestenfalls praxisgerechte, vereinheitlichte und vor allem sicherheitsbewusste Bewältigung dieser verantwortungsvollen Aufgabe.

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